Ausgesprochen Alt. Der Antike Podcast

Folge 25: Römische Graffiti mit Dr. Polly Lohmann – „Voll wie die Weinschläuche!“

Graffiti sind aus dem modernen Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Irgendwo zwischen Kunst und Vandalismus zieren vielfarbige Schriftzüge jede erdenkliche Oberfläche. Auch aus der Antike kennen wir Graffiti. Was es mit denen auf sich hat, wo die Unterschiede zwischen Antik und Modern liegen und wieso Pompeji der ideale Untersuchungsort ist, erklärt uns Dr. Polly Lohmann. Sie ist Kuratorin, akademische Rätin an der Universität Heidelberg und promovierte Graffiti-Expertin.

Folge 25 von Ausgesprochen Alt.

Über diese Quellen sprechen wir in der Folge:

  • Neues Kohle-Graffito in der Regio V in Pompeji mit Nennung des Datums des 17. Oktobers (Debatte um Datierung des Untergangs von Pompeji) 
  • Scherzkeks Aemilius, der seine Mitmenschen immer mit rückwärts geschriebenem Namen grüßt: Aemilius —> Suilimea (CIL IV 3173 (Casa di M. Epidius Rufus (IX 1,20.30), Atrium), 4737, 4741 (Casa di Trittolemo (VII 7,5), Peristyl), 8409a–b (I 10,18, Fassade). 
    • In einem Zimmer der Casa di M. Epidius Sabinus beteiligen sich zwei beim Geheimspielchen:
      Curvius und Sabinus beteiligen grüßen ebenfalls rückwärts als Suivruc und Sunibas zurück (CIL IV 2400)
  • Spitznamen: Ein „Quellchen“ grüßt sein „Fischlein“ (CIL IV 2018)
  • Streitgespräch zwischen Weber Successus und seinem Rivalen Severus um Geliebte Sklavin (CIL IV 8258–8259, Insula del Menandro)

Literatur:

Dr. Polly Lohmann

Polly Lohmann studierte Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Latinistik an der Universität Heidelberg. Sie promovierte 2016 an der Universität München zu „Graffiti als Interaktionsform. Geritzte Inschriften in den Wohnhäusern Pompejis“. 

Als Reisestipendiatin des Deutsche Archäologischen Instituts reiste sie mit dem Fahrrad um das Mittelmeer, bis sie 2018 ihr Stelle als akademische Rätin und Kuratorin am Antikenmuseum der Universität Heidelberg antrat.

Hier könnt ihr Polly folgen: