Ausgesprochen Alt. Der Antike Podcast

Folge 05: Der Dichter Homer — immer und überall berühmt

Homer ist nicht nur der Schöpfer der berühmten „Ilias“ und „Odyssee“, er ist auch sowas wie der Ur-Grieche schlechthin. Sein Einfluss auf die antike Welt ist kaum zu überschätzen. Wir sprechen darüber wie antike Menschen sich den Dichter Homer vorgestellt haben und wie sie sich über die Epochen hinweg mit Homer selbst und seinen Werken identifizierten. 

Außerdem ist immer mal wieder der (fehlende) Bart von Max Thema. 

Folge 05 von Ausgesprochen Alt.

„Der Einfluss Homers auf die griechische Literatur und Kultur im Allgemeinen ist nur schwer zu überschätzen.“ (Grethlein 2010, 393)

Über diese Quellen sprechen wir diese Folge:

  • Homer-Porträt: Typus Epimenides: geschlossene Augen, ca. 450 v. Chr. (Gipsabguss Münchner Glyptothek)
  • Homer-Porträt: Typus Apollonius: offene Augen, ca. 300 v. Chr. (Kopenhagen, Ny Carlsberg Glyptotek)
  • Münze aus Amastris mit Homer-Porträt: ca. 138-192 n. Chr., Legende: OMH-POC (Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin) Weil die Darstellung der des Homers im Typus Apollonius gleicht und auf der Münze Homer textlich benannt ist, kann auch der Porträtkopf als Homer identifiziert werden.
  • Homer-Porträt: Sog. Blinder Homer: halb geschlossene Augen, ca. 150 v. Chr., (Louvre, Paris)
    • Als Goethe 1774 dieses Porträt beobachtete, sagte er zuerst „Der Mann sieht nicht, hört nicht, fragt nicht, strebt nicht, wirkt nicht“, dann hat er jedoch gerufen: „Es ist Homer! Dies ist der Schädel, in dem die ungeheuren Götter und Helden so viel Raum haben, als im weiten Himmel und der gränzlosen Erde.“ 
  • Archelaos-Relief (Apotheose des Homer): 2. Jh. v. Chr. (London, British Museum)
  • Streit um Homers Geburtsort in der Münzprägung: Verschiedene kleinasiatische Städte prägen Homer auf ihre Münzen (Smyrna, Ios, Nikaia, Amastris, Kolophon, Chios, Kyme)
  • Vergleiche Perserkriege + Trojanischer Krieg:
    •  Stoa Poikile (Athen, Agora): In dieser Säulenhalle waren laut Pausanias mehrere Wandgemälde. Und da sehen wir unter anderem auch eine Darstellung vom Fall von Troja, also wieder der Trojanische Krieg von Homer, als auch ein Wandgemälde der Schlacht von Marathon und Oinoe.  Ja, die Schlacht von Marathon auch ein großer Sieg der Griechen über die Perser und später in der Erinnerungskultur wurde da auch immer wieder gern darauf zurückgegriffen.
    • Eion-Hermen (Athen, Agora): Inschriftlicher Verweis auf die Schlacht von Eion 475 v. Chr. (Perserkriege) sowie Parallelisierung des Sieges mit Leistungen der Griechen im Trojanischen Krieg

Literatur:

  • J. Grethlein, Homer – die epische Erinnerung an ´unvergänglichen Ruhm´, in: E. Stein-Hölkeskamp — K. J. Hölkeskamp (Hrsg.), Die griechische Welt. Erinnerungsorte der Antike (München 2010) 386—399
  • E. v. d. Meijden Zanoni, Homer-Darstellungen in der antiken Bildkunst, in: J. Latacz – T. Greub, P. Blome, A. Wieczorek (Hrsg.), Homer. Der Mythos von Troia in Dichtung und Kunst. Ausstellungskatalog (München 2008) 20—26
  • G. M. A. Richter, The Portraits of the Greeks I (London 1965) 45—56
  • E. Simon, Homer in der römischen Bildkunst, in: J. Latacz – T. Greub, P. Blome, A. Wieczorek (Hrsg.), Homer. Der Mythos von Troia in Dichtung und Kunst. Ausstellungskatalog (München 2008) 232—244
  • R. Wünsche, Das Bildnis des Homer, in: B. Andreae (Hrsg.), Odysseus. Mythos und Erinnerung (Mainz 1999) 10–15

Bildquellen:

Homer Epimenides — Münchner Glyptothek, Gemeinfrei

Homer Apollonius — Ny Carlsberg Glyptotek Copenhagen, CC BY 3.0: Nick White

Sog. Blinder Homer — Louvre, CC BY 3.0: Marie-Lan Nguyen

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